„Wo die Ressourcen sind, da ist die Lösung!“ – NLP mit Ralf Stumpf

Über einen E-Coupon bin ich zu NLP und Ralf Stumpf gekommen. Nach einem Schnupperseminar war mir klar, dass ich bei ihm und seiner Frau Mirela Ivanceanu NLP lernen möchte, was in der Langform Neurolinguistisches Programmieren heisst. Warum wollte ich es lernen? Ich hatte ein starkes Gefühl, dass mir das Gelernte hilft leichter und flexibler den Herausforderungen des Lebens zu begegnen. Die Art wie Kommunikation aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird hat mich überzeugt. Hat es sich gelohnt? Definitiv! Meine Erwartungen wurden übertroffen.

Was hat mir NLP gebracht?

Ich habe einen gefüllten Werkzeugkasten mit lauter Spezialwerkzeugen mitbekommen. Jedes Werkzeug lässt sich auf komplexe Themen unserer zwischenmenschlichen Beziehungen und zu der Beziehung zu uns selbst einsetzen. Der Fokus dabei ist nicht andere Menschen irgendwie zu beeinflussen, was oft rumgeistert, wenn NLP zum Beispiel mit Verkaufsschulungen in Verbindungen gebracht wird.

Die Stärke und der Hauptnutzen liegt für mich eindeutig im tieferen Verständnis für mich selbst. Meine Motivation ist klarer. Ich weiß eher warum ich mich gut oder schlecht fühle und was das für Auswirkungen auf mich hat und wie ich daran etwas ändern kann. Ich habe erfahren, wie ich liebevoller mit mir umgehen kann, so dass ich mich nicht selbst sabotiere. Als Folge fühle ich mich natürlich auch wohler im Umgang mit anderen Menschen und kann auch selbstbewusster auftreten. Den inneren Kritiker kennen bestimmt jeder von uns. Mit NLP erfährt man, wie man mit ihm umgehen kann.

Ich bin mittlerweile in der Masterausbildung nach einem abgeschlossenen Practitioner. Beide Ausbildungen bestehen aus 10 Wochenenden, die sich über ein Jahr verteilen. Zwischen den Wochenenden besteht die Möglichkeit sich zum Üben mit den anderen Teilnehmern zu treffen. Das klingt auf den ersten Blick nicht viel. Mittlerweile kann ich sagen, dass es mehr als genug ist, denn man bekommt jedes Wochenende sehr viele Impulse mit.

Man braucht die Zeit um die Eindrücke mit dem Alltag zu „synchronisieren“ und damit sich das Gelernte setzen kann. Wie bei den Fahrstunden braucht es einfach eine Weile, bis man aus den Impulsen eigene Herangehensweisen entwickeln kann. Es ist nichts, was man oben reinschüttet und alles ist anders. Trotzdem ist es manchmal unheimlich wie schnell Veränderungen möglich sind, zum Beispiel während eines Gesprächs eines NLP-Formats, wo dann der sprichwörtliche Knoten im Kopf aufgeht. Das ist im Grunde nicht so ungewöhnlich, weil man sich klarer wird, was einen eigentlich blockiert hat und kann nun den Fuß vom Schlauch nehmen, auf dem man vielleicht schon Jahre steht.

Interview

Ralf Stumpf

Ralf Stumpf

Ralf ist als Trainer eine wandelnde Bibliothek, prall gefüllt mit Wissen über die Entfaltung der menschlichen Potentiale. Wer bei ihm NLP lernt, bekommt gleich die Perspektiven aus anderen Methoden, Ansätzen, Therapieformen und Weltanschauungen mit. Dadurch kann man sehr schön differenzieren, was ich auch absolut für notwendig halte, weil natürlich NLP nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Es ist sehr aber vielseitiger Weg, der sich mit anderen Ansätzen der Persönlichkeitsentwicklung durchaus verträgt und kombinieren lässt. Zum Beispiel mit der Körperarbeit. Weil ich an den Trainingswochenenden viel lernen konnte und wunderbare Menschen kennengelernt habe, möchte ich seine Seminare auf jeden Fall weiterempfehlen und ihn selbst zu Wort kommen lassen:

Jens: Was möchtest du mit deiner Arbeit für andere Menschen beitragen?
Ralf: Mit meiner Arbeit möchte ich den Menschen einen sicheren Platz bieten, wo sie selbst an sich arbeiten können. Dazu gehört für mich auch, ihnen die Werkzeuge für diese Arbeit zu geben – nicht aber das Ziel vorzugeben! Mich macht es am glücklichsten, wenn das Ziel dieser Arbeit darin besteht herauszufinden, was der eigene einzigartige Beitrag für die Welt ist.

Jens: So spontan schlucke ich bei „Beitrag für die Welt“. Das klingt groß. Als ich mit NLP angefangen habe, wollte ich erst einmal meine eigenen Themen bearbeiten und nicht die Welt retten. Etwas für andere zu tun erscheint mir auf den ersten Blick sehr edel und erstrebenswert, aber was hat das jetzt mit meinem persönlichen Glück und mit meinen Schwierigkeiten zu tun, die ich bewältigen möchte?
Ralf: Dann formuliere ich es einfacher. Am Ende sollen die Leute sagen „Ich kenne mich, ich mag mich, und ich kann so gut mit mir umgehen, dass ich ein tolles Leben habe.“ Wenn sie das sagen, dann leisten sie automatisch ihren Beitrag für die Welt.

Jens: Wie lange machst du schon NLP und was war der Auslöser damit anzufangen?
Ralf: Ich habe NLP 1986 kennengelernt und so richtig gepackt hat mich das Buch „Veränderung des subjektiven Erlebens“ von Richard Bandler. Durch dieses Buch habe ich zum ersten Mal einen Geschmack davon bekommen, wie humorvoll und effektiv persönliche Veränderung sein kann. Als ich dann Modelling kennengelernt habe, war mir klar, das NLP mein Weg ist …

Jens: Kannst du kurz beschreiben was Modelling ist? Es ist Bestandteil des NLP-Trainings und du modellierst außerhalb der Kurse andere Menschen, zum Beispiel Mitarbeiter von Unternehmen. Wie kann ich mir das vorstellen? Warum kommen Menschen zu dir und wollen modelliert werden?
Ralf: Die Grundidee hinter Modelling ist ebenso einfach wie faszinierend: Alles, was ein Mensch gelernt hat, kann prinzipiell jeder Mensch lernen – und zwar am besten von diesem Vorbild. Oder anders: Wenn Du ein Problem hast, dann such Dir jemanden, der die Lösung kennt. Der Hauptgrund, sich modellieren zu lassen ist, dass man etwas weitergeben will, zum Beispiel als Lehrer seinen Schülern, als Unternehmer seinem Unternehmen, als Franchisegeber den Franchisenehmern, … Der zweite Grund ist, dass man es selbst bewusst nutzen können möchte, z. B. eine Strategie in einem anderen Lebensbereich oder eine Erfolgsstrategie ganz bewusst beibehalten bei einem neuen Projekt.

Jens: Und wie geht dieses Lernen von einem Vorbild? Frage ich einen Freund, der etwas gut kann, wie er das macht, dann kommen meistens Antworten wie „du musst halt einfach machen.“ Also Tipps, die für ihn irgendwie funktionieren, aber für mich nicht.
Ralf: Genau, deswegen braucht es für das Modelling schon eine ausgefeilte Strategie. Beim Modelling geht es ja darum, so voneinander zu lernen, dass die Welt (mit)lernt, also das individuelle Lernen so anzupacken, dass eine allgemeine Struktur herauskommt.

Jens: Wie hat sich dein Verständnis von NLP seit deinen Anfängen für dich verändert?
Ralf: Am Anfang war NLP ein wunderbarere Werkzeugkasten – oder vielmehr ein Baumarkt. im Laufe der Zeit wurde NLP mehr und mehr zu einer Sprache der Veränderung … die jederzeit selbstverständlich mitläuft … ein Update fürs Leben … absolut alltagstauglich. Vor allem die Alltagstauglichkeit hat sich erst im Laufe der Jahre entwickelt.

Jens: Sprache der Veränderung klingt ungewöhnlich. Was bedeutet Sprache für dich?
Ralf: Da bin ich der klassische NLP-ler: Sprache ist eine Landkarte, sie dient der Orientierung in der „Wirklichkeit“. Daraus folgt zweierlei: Erstens, dass man Sprache nicht allzu ernst nimmt („Nur der Wahnsinnige isst die Speisekarte statt des Menüs und beschwert sich anschließend über den schalen Geschmack.“) und zweitens, dass man sie eben als nützliches Abbild der Wirklichkeit nutzt – also gestaltet, verfeinert, ausprobiert, …

Jens: Worauf achtest du als Coach aus dem Blickwinkel Sprache, wenn dir jemand von seinem Thema oder Problem erzählt? Hast du ein Beispiel?
Ralf: Als NLP-Coach achte ich auf jeden Fall mehr auf die Körpersprache, als auf die Sprache, weil sich in der Körpersprache die wichtigeren Sachen zeigen. Und bei beidem – Sprache und Körpersprache – achte ich auf Ressourcen, also zum Beispiel auf Formulierungen, bei denen einer strahlt. Wo die Ressourcen sind, da ist die Lösung!

Jens: Ich staune jedes Mal wie viele Impulse da in jedem Trainings-Wochenende drinstecken. Du sprichst über einen bestimmten Autor, berichtest von deinen persönlichen Erfahrungen und lieferst viel unterschiedliche Perspektiven auf das Thema, das wir am Wochenende behandeln. Mit deiner Art unterscheidest du dich ja ziemlich von anderen NLP-Seminaranbietern. Was ist deine Motivation es so zu machen?
Ralf: Dahinter steckt gar keine besondere Motivation, das bin einfach ich. Ich finde es schade, wenn NLP-Trainer auch noch nach Jahren nur das machen, was sie selbst in ihrer eigenen Ausbildung erlebt haben. Was ich weitergebe ist, was ich unter NLP verstehe – was ich als NLP lebe.

Jens: Wenn ich von anderen gefragt werde, was NLP bei mir bewirkt hat, dann antworte ich, dass sich meine Wahrnehmung in bestimmten Lebenssituationen geschärft hat und ich mir bewusster über bestimmte Dinge geworden bin. Dadurch kann ich vielleicht mein Denken und Handeln nicht sofort um 180 Grad drehen, aber ich kann durch das Bewusstwerden gezielt an meinen Themen arbeiten und natürlich dann auch verändern. Was sagen andere Teilnehmer deiner Kurse, was sich durch NLP für sie verändert hat?
Ralf: Anfangs reden die Menschen von Zielen, Wahrnehmung und Flexibilität. Später reden Sie von glücklichen Beziehungen, erfüllender Arbeit (inklusive der finanziellen Seite) und Gesundheit. Noch später reden sie davon, dass sie ihres gefunden haben, also das, was ihr einzigartiger Beitrag zu dieser Welt ist.

Jens: Du meinst über Ziele sprechen die Menschen nur am Anfang und später spielt es für sie keine Rolle mehr Ziele zu haben?
Ralf: Es wird selbstverständlicher, alltäglicher. Du sprichst ja auch nicht jeden Tag darüber, dass Du fließendes Wasser und elektrisches Licht in der Wohnung hast. Das, was ein geglücktes Leben ausmacht ist doch das Gefühl, mit den richtigen Fähigkeiten am richtigen Ort zu sein – also als Eisbär in der Arktis und als Löwe in der Steppe. Deswegen geht es letztendlich darum, sich selbst kennenzulernen und sich selbst zu leben.

Jens: Mich interessant das Thema „effektiv und mit Freude Lernen“ ganz besonders. Offen für Neues zu sein und mit positiven Gefühlen zu begegnen, erscheint mir sehr wichtig, um flexibel zu bleiben im Leben und nicht in starre Muster zu verfallen. Vitalität entspringt für mich unter anderem aus der Fähigkeit zu Lernen. Was hast du für Tipps für jemanden, der alleine schon beim Begriff „Lernen“ die Ohren zuklappt?  Wie könnte so jemand wieder einen positiven Zugang zum Lernen im Allgemeinen finden? Und: Wie würdest du „Lernen“ definieren?
Ralf: Ganz einfach: Vergiss alles, was Du zu diesem Thema in der Schule gelernt hast! Vor allem das, was Du nebenbei und unbewusst dazu gelernt hast. Lernen ist für Menschen absolut natürlich und lässt sich nicht verhindern. Sobald die Motivation da ist, die Lern-Lust, geht es ganz von alleine. Die erste Frage ist also, was Dich interessiert. Und das hängt wieder davon ab, ob Du Löwe oder Eisbär bist und davon, ob Du weißt, was Du bist. Bei den meisten „Lernschwierigkeiten“ ist es einfach so, dass da ein Elefant versucht, das Fliegen zu lernen – oder eine Ente Sprinten.

Jens: Wenn Leute etwas von NLP hören, fällt manchmal das Stichwort Manipulation. Einige Menschen denken, dass NLP hauptsächlich dazu genutzt wird, um das Denken und Verhalten von anderen Menschen zu seinen Gunsten zu verändern. Ist das überhaupt möglich?
Ralf: Ja, aber das ist auch ohne NLP möglich und wird seit Jahrtausenden gemacht – im großen Maßstab und in jeder Familie. Mit NLP ist man sich dessen einfach viel bewusster, kann sich besser schützen – und hat manche Spielchen einfach nicht mehr nötig.

Jens: Kannst du ein Beispiel geben, wie NLP mich besser vor Manipulation schützt?
Ralf: je klarer Du weißt, wer Du bist und was DU willst, um so schwerer bist Du zu manipulieren. Vera F. Birkenbihl meinte, wenn ich jemanden dazu bringe, etwas zu tun, was der nicht will, dann nennt man es Manipulation. Bringe ich ihn dazu, etwas zu tun, was er will, dann ist es Motivation! Aber um das zu unterschieden, musst Du eben wissen, was DU willst. Und dabei kann NLP sehr viel helfen.

Jens: Welche Menschen haben dich für deine Arbeit am meisten beeinflusst?
Ralf: Das wechselt im Laufe der Jahre – zur Zeit sind es wunderbare Community-Gründer, die ich modelliere. Langfristig gehören auf jeden Fall Bernd Isert als NLP-Meister dazu, Keith Johnstone und Marshall B. Rosenberg.

Weitere Informationen unter: www.ralf-stumpf.de

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